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   Krisennavigator 
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15. Jahrgang (2012) - Ausgabe 5 (Mai) - ISSN 1619-2389
Ein "Spin-Off" der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel.
Krisennavigator
Mit freundlicher Unterstützung
der Deutschen Gesellschaft für
Krisenmanagement (DGfKM) e.V.

und der Partnerunternehmen:

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"Die P2R2-Formel" –
Das international koordinierte
Risikomanagement bei Motorola

von Dipl.-Ing. Jürgen Kühn

Überblick

Globale Krisen – wie Terroranschläge oder Pandemien – machen auch vor international agierenden Unternehmen nicht halt. Zum angemessenen Umgang
mit solchen Krisenlagen hat die Motorola GmbH das Motorola "P2R2"-Programm
eingeführt. Es hat sich bereits in mehreren kritischen Situationen erfolgreich
bewährt und besteht aus den zwei P-Phasen "Prevention" (Vorbeugung)
und "Preparation" (Vorbereitung) sowie den beiden R-Phasen "Response"
(Reaktion) und "Recovery" (Wiederherstellung).

Im Rahmen der Krisenvorbeugung und -vorbereitung werden bei Motorola Risiken eingeschätzt und Mitarbeiter auf kritische Situationen vorbereitet. Alle
Liegenschaften mit mehr als 100 Mitarbeitern oder einem hohen Standortrisiko
müssen ein Krisenmanagementprogramm einführen. Ein Krisenteam schätzt
potenzielle Risiken ein und erstellt Krisenmanagement- und Business Continuity-Pläne. Das Team nimmt alle zwei Jahre an einer globalen Krisensimulation teil und absolviert Trainings zur Einübung krisenrelevanter Fertigkeiten.

In der Reaktionsphase – also beim Eintreten einer Krise – kommt der Krisenplan
zum Einsatz. Er enthält u.a. Benachrichtigungs- und Aktivierungsprozesse,
eine standortspezifische Kontrollliste sowie Eskalationskriterien. Ein "Notifications System", das von der Leitwarte des Standorts oder automatisch von der Brandmeldeanlage ausgelöst wird, alarmiert bei Motorola alle Mitglieder des Krisenteams automatisch über SMS oder Voice Mail. Die zeitgleiche Information aller weltweiten Krisenteamleiter erfolgt über eine Intranet-Lösung.

Um nach einem Krisenfall die Geschäftstätigkeit möglichst schnell wieder aufnehmen zu können, hat die Motorola GmbH Business Continuity-Pläne erstellt. In diesen sind die Prioritäten festgehalten und einzelne Aktivitäten im Detail hinterlegt. Konkrete Zeitpläne geben außerdem an, zu welchem Zeitpunkt der betreffende Geschäftsbereich wieder funktionsfähig sein sollte. Erst bei Erreichen dieses Zeitpunkts ist auch die Phase der Wiederherstellung abgeschlossen.

Über den Autor

Dipl.-Ing. Jürgen Kühn ist Director des Bereichs Environmental Health and Safety, EMEA, der Motorola GmbH und verantwortet am Standort Flensburg u.a. das Risiko- und Notfallmanagement.

Jürgen Kühn

Langfassung

Die ausführliche Fallstudie mit zahlreichen Detailinformationen ist im folgenden Sammelband enthalten:

Frank Roselieb / Marion Dreher (Hrsg.),
Krisenmanagement in der Praxis:
Von erfolgreichen Krisenmanagern lernen,
Erich Schmidt Verlag, Berlin,
2008, 276 Seiten, EUR 49,95
ISBN 978-3-503-10090-3

| Inhalt | Bestellen |

Erstveröffentlichung im Krisennavigator (ISSN 1619-2389):
10. Jahrgang (2007), Ausgabe 9 (September)


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Vervielfältigung und Verbreitung - auch auszugsweise - nur mit ausdrücklicher
schriftlicher Genehmigung des Krisennavigator - Institut für Krisenforschung, Kiel.
© Frank Roselieb 1998-2012. Alle Rechte vorbehalten.
Internet:
www.krisennavigator.de | E-Mail: roselieb(at)krisennavigator.de

 
   

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